Ballaststoffe – unnötiger Ballast für unseren Körper?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Verzehrmenge von mindestens 30 g Ballaststoffen pro Tag. Zudem sollte man in Kombination mit einer ballaststoffreichen Ernährung  aber auch allgemein auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Tages achten.

 

Aber wie kamen Ballaststoffe zu ihrem Namen?

 

Ballaststoffe sind grob gesagt, unverdauliche Bestandteile die in unseren Nahungsmitteln stecken. Sie werden also von unserem Körper nicht verwertet und deshalb wieder ausgeschieden. So nahm man lange Zeit an, dass diese überflüssig seien und bezeichnete sie als Ballast für unseren Körper.

 

Was genau sind jetzt also diese scheinbar unnötigen Ballaststoffe?

 

Ballaststoffe sind Pflanzenfasern, die den Pflanzen als Bau- und Gerüstsubstanz dienen. Sie bestehen aus chemischen Verbingungen, sind also kein einheitlicher Stoff und zählen bis auf die Ausnahme Lignin (besteht aus organischen Alkoholen)  zu der Familie der Kohlenhydrate.

So lässt sich auch ableiten, dass man sie in Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft findet.

(Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse & Obst)

 

 

Ballaststoffe oder auch Faserstoffe lassen sich in zwei Arten unterteilen. Zum einen, gibt es die so genannten Quellstoffe (wasserlösliche Ballaststoffe) und die Füllstoffe (wasserunlösliche Ballaststoffe).

 

Zu den Quellstoffen gehören unter anderem, Pektine (Obst und Gemüse), Agar-Agar und Carrageen (Algen). Sie bilden mit Wasser ein Art Gelee, können so eine große Menge an Wasser binden und quellen auf. Durch diese Eigenschaft erhöhen sie ihr Volumen in Magen und Darm.

Sie werden von Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen (Kohlendioxid, Methan) abgebaut.

 

Füllstoffe wie zum Beispiel, Cellulose oder Lignin, weisen eine geringe Wasserlöslichkeit auf aber dafür ein hohes Wasserbindungsvermögen. Füllstoffe werden so gut wie garnicht von den Darmbakterien abgebaut und werden wieder mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Stuhlmasse erhöht sich.

 

Und weshalb sollte ich mich nun ballaststoffreich Ernähren?

 

Da wir nun wissen, was Ballaststoffe so ausmacht, möchte ich euch nun einige  Vorteile einer ballaststoffreichen Ernährung erläutern.

 

Du wirkst Magen-Darm-Erkrankungen entgegen!

Sie wirken präventiv gegen verschiedene Magen-Darm-Erkrankungen bzw. Störungen, wie zum Beispiel Verstopfungen. Da Ballaststoffe ja über ein großes  Wasserbindungsvermögen verfügen, wird das Stuhlvolumen erhöt. Dadurch wird der Stuhlgang angeregt da ein größerer Druck auf die Darmwände ausgeübt wird. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für eine gut funktionierende Verdauung. Ohne Ballaststoffe und genügend Flüssigkeit, wird der Darminhalt schnell trocken und hart.

Mit Ballaststoffen hingegen, weich  und locker und man beugt zudem auch noch möglichen Folgeerkrankungen wie  zum Beispiel Divertikulose oder Dickdarmkrebs vor.

 

  

Heißhungerattacken & Übergewicht

Eine ballaststoffreiche Ernährung, hilft dir Heißhungerattacken vorzubeugen. Ballaststoffe verweilen länger im Magen, quellen auf und die Sättigung hält dadurch länger an. Es kommt zu einem verzögerten und gleichmäßigerem Blutzuckeranstieg, da es zu einer langsameren Freisetzung des Mageninhalts in den Dünndarm kommt.

Auch wenn du ein paar Kilos verlieren möchtest, lohnt es sich auf Ballaststoffe zu achten! Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen erfordern ein längeres und intensiveres Kauen und der Sättigungseffekt kann früher eintreten da die Nahrungsaufnahme mehr Zeit einnimmt. Dies kann sich wiederrum auf eine geringere Kalorieaufnahme auswirken.

 

Auch deine Zähne profitieren!

Ein weiterer positiver Effekt, wenn man Nahrung gründlich kaut? Genau, der Speichelfluss wird angeregt.

Speichel hat die Eigenschaft, schädliche Säuren abzupuffern indem er die Zähne umspült. Zudem haben ballaststoffreiche Nahungsmittel aufgrund ihrer faserartigen Struktur den Vorteil, dass bei dem längeren Kauen die  Zahnoberflächen gereinigt werden und das Zahnfleisch zudem massiert wird.

 

Ich hoffe, ich konnte dich zu einer ballaststoffreicheren Ernährung motivieren. Sie haben jede Menge positiver Effekte auf deinen Körper und sind entgegen seiner Namensgebung wahre Vielkönner!